Freitag, 19. August 2011

Hohlkörper

19. August 2011
An der Nordseeküste

"So ist  es eben: der Herr Tjaden will beachtet werden!!" Schreibt ein Kommentator, der zur Spezies der zweibeinigen Hohlkörper gehört. Die kommen ohne Argumente aus. Könnte ich beweisen, wenn ich jeden inhaltsleeren Beitrag aus dem Vakuum veröffentlicht hätte.

Zu dieser Spezies gesellt sich auch Stefan Becker, Oberbürgermeisterkandidat der Wilhelmshavener BürgerVereinigung, wenn er heute in der "Wilhelmshavener Zeitung" die Aktion des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Andreas Wagner zum 50. Jahrestag des Mauerbaus kritisiert. OT Becker: "In Berlin ist man seit 20 Jahren froh, dass die Mauer abgerissen ist." Müsste bedeuten: Wagner hat in Wilhelmshaven eine neue gebaut, plant jetzt noch Todesstreifen und Schießbefehl für alle, die nicht bei Leffers einkaufen. Dann würde dieser Becker-Satz einen Sinn ergeben.

Völlig sinnfrei argumentiert auch SPD-Ratsherr Karlheinz Föhlinger, der wohl zur neuen SPD gehört, die mit der alten SPD nichts mehr gemein hat. In der alten SPD sind demnach noch jene "SPD-Baupolitiker", die es bis heute nicht für nötig befunden haben - so Föhlinger - "ihre Fraktion" über einen Beschluss zum Umspannwerk bei "Antonslust" zu informieren. Nach der Wahl jedoch kann man diesen Alt-Sozialdemokraten alle Informationen entlocken, weil sie dann nicht mehr im Rat sitzen und auch nicht im Bauausschuss? Tipp für Föhlinger: Schauen Sie sich doch einmal die SPD-Listen zur Kommunalwahl an! Dann werden Sie darüber staunen, wie viele Alt-Sozialdemokraten wieder gewählt und so weitermachen wollen wie bisher. Glauben Sie wirklich, dass die nach dem 11. September 2011 kommunikativer sein werden als jetzt?

Außerdem: Über Personal- und Grundstücksangelegenheiten wird in jeder Kommune hinter verschlossenen Türen diskutiert. Dafür gibt sich der Rat eine Satzung und schreibt hinein, ab wann eine Grundstücksangelegenheit auch im Kommunalparlament diskutiert werden muss. Dazu kommen wir gleich noch einmal.

"Die Verwaltung macht einfach, was sie will", heißt es seit Jahren. Wenn das so ist, hätte man Eberhard Menzel als Oberbürgermeister längst abwählen müssen. Geschieht in anderen Städten doch auch. Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass Menzel 2004 von SPD-Funktionären als "beratungsresistent" eingestuft worden ist.

Außerdem lügt er, wenn er in der heutigen "Wilhelmshavener Zeitung" auf einen Ratsbeschluss zum Bebauungsplan "Antonslust" hinweist? Herr Föhlinger, hat sich der Rat mit dem Thema beschäftigt oder nicht? Ist Ihre Alt-SPD-Fraktion im Bilde oder nicht? Was weiß sie, was nicht? Was hat sie beschlossen und was nicht?

Glauben etwa einige Lokalpolitiker aus Wilhelmshaven, dass niemand Behauptungen miteinander vergleicht?

Abschließend stelle ich fest - und bin somit wieder bei dem zweibeinigen Hohlkörper von oben: Hannover 96 hat gestern gegen den FC Sevilla so fantastisch gespielt, dass jeder Spieler Beachtung seiner Leistung verdient hat. Der Gegner wird das auch im Rückspiel beachten, sonst gewinnen die Roten in Sevilla höher als in Hannover.

Kommentare:

  1. Herr Tjaden, nun haben Sie es mir noch schwerer gemacht und auch noch mit Beispielen bestätigt, dass es eine alte und eine neue SPD gibt. Naja, zumindest nach den Aussagen der SPD gibt es jetzt alt und neu. Aber in Wirklichkeit hat sich wohl gar nichts verändert. Aber ist das jetzt gut für WHV oder nicht? Wähle ich diesmal wieder SPD oder nicht und wenn ja, kommt dann die alte oder neue SPD, oder beide?

    Wenigstens ist diesmal die OB-Wahl einfach, denn hier gibt es nach Abwägung aller Faktoren nur einen geeigneten Kandidaten und das ist Andreas Wagner. Entscheidungsfaktoren sind für mich: Fachkenntnisse, Charakter, Teamfähigkeit, Erfahrung auch im Ausland, Wohnsitz in WHV seit mindestens 4 Jahren und höchstens 10 Jahren (keine Uraltlasten mötglich)
    Die Mauer der CDU-Leute ist mit Recht von der SPD nicht kritisiert worden. Denn sie hatte an die schlimme Vergangenheit von Leuten erinnern sollen, deren Nachfolger sogar auch in WHV für den Rat kandidieren, bei gleichzeitiger Weigerung SED,DDR und Mauer zu verurteilen. Über Herrn Becker, der jetzt mit dem Wolf(Hufenbach) tanzt, braucht man hier eigentlich keine Worte zu verlieren, OB-fähig ist er nicht.

    Verwirrter SPD-Wähler

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  2. Tipp: Fragen Sie doch mal Angela Merkel, wie sie als FDJ-Sekretärin den Mauerbau gerechtfertigt hat. Ohne Anerkennung der Führungsrolle der SED hätte sie die Karriere, die sie in der DDR gemacht hat, nie machen können. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Angela Merkel bei einer Montags-Demo dabei gewesen ist. Sie hat nur begriffen, wie man Karriere macht, in welchem System auch immer...

    Zum Thema DDR weint die im wahrsten Sinne des Wortes Krokodilstränen. Dabei macht auch sie sich zunutze, dass das Volk keine Lust hat, sich mit solchen Weichfrauen, Wendehälsen zu beschäftigen. Jede Wette: Wenn die ein Jahr lang nicht mehr regieren, merkt das niemand. Es werden nur Kosten gespart.

    Und wenn man Angela Merkel wieder vor die Wahl stellt, Diktatur akzeptieren und Karriere machen, oder in Leipzig zur Montags-Demo gehen und nicht wissen, was geschieht, nimmt sie jede weitere Diktatur...

    Heinz-Peter Tjaden

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  3. Die Kanzlerin entwickelt Leadership auf Feldern, wo die meisten noch arglos sind: Recht setzen und Recht brechen gehören da zusammen.

    Aus der "Welt" von heute

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